Glossar

 

 

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A

Abwägung

Die Abwägung hat bei vielen gesetzlichen Regelungen seinen Niederschlag gefunden, z.B. bei der Aufstellung der Bauleitpläne. Es sollen die öffentlichen und privaten Belange gegeneinander und untereinander gerecht abgewogen werden. Der Planungsträger soll seinen Abwägungsspielraum erkennen, die Belange berücksichtigen, die nach Lage der Dinge relevant sind, ihre Bedeutung nicht verkennen und sie in einer Weise gewichtet und gegeneinander abwägen, so dass es objektiv vertretbar ist.

Agenda 21

1992 in Rio verabschiedetes (unverbindliches) Aktionsprogramm zur Umsetzung der Rio-Deklaration über Umwelt und Entwicklung, das u.a. eine nachhaltige umweltschonende Planung und Bewirtschaftung der Landesressourcen fordert. Gemäß Art. 28 sollte in den Städten und Gemeinden bis 1996 ein Konsens über einen  kommunalen Aktionsplan (lokale Agenda 21) erzielt werden .

Arbeitskreis / Arbeitsgruppe

Befassen sich meist mit einem eng umrissenen Thema. Es arbeiten meist Bürger zusammen mit gleichen Interessenschwerpunkten.

Ausgleichspflicht (§ 19 Abs. 2 BNatSchG)

Wenn Beeinträchtigungen nicht zu vermeiden sind, müssen sie vorrangig ausgeglichen werden, z.B. indem Flächen entsiegelt oder Alleen, Feldgehölze und Feuchtgebiete in räumlicher Nähe des Eingriffsortes angelegt werden. Die Ausgleichsmaßnahmen sollen gleichartige Funktionen des Naturhaushaltes und Landschaftsbildes wiederherstellen. Der Ausgleich kann, soweit dies mit einer geordneten städtebaulichen Entwicklung und den Zielen der Raumordnung, des Naturschutzes und der Landschaftspflege vereinbar ist, auch an anderer Stelle als am Ort des Eingriffs erfolgen (BauGB § 200a).

Ausgleich

Ein Eingriff ist ausgeglichen, wenn nach seiner Beendigung keine erhebliche oder nachhaltige Beeinträchtigung des Naturhaushaltes zurückbleibt und das Landschaftsbild landschaftsgerecht wiederhergestellt oder neu gestaltet ist durch Ausgleichsmaßnahmen. Es erfolgt eine Wiederherstellung des gleichen Schutzgutes mit gleicher Funktion im gleichen Funktionsraum innerhalb von 25 Jahren (gleichartig).

Beispiel für eine Ausgleichsmaßnahme: Schutzgut – Arten- und Lebensgemeinschaften

-          Eingriff: Beseitigung und Umbau von Vegetation

-          Ausgleich: Pflanzung einheimischer standortgerechter Gehölze auf dieser Fläche

Außenbereich

Der außerhalb des Geltungsbereichs von Bebauungsplänen oder außerhalb des im Zusammenhang bebauten Ortsteils gelegene Teil des Gemeindegebietes.

 

B

Baugesetzbuch (BauGB)

Regelt bundeseinheitlich das Städtebaurecht. Es enthält u.a. Vorschriften zur Bauleitplanung, Entschädigung, Bodenordnung (insbesondere der Umlegung), Enteignung und Erschließung zu sowie städtebaulichen Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen und zur Wertermittlung.

Bauleitplanung (§1 Abs. 1 BauGB)

Gesetzlich geregeltes Verfahren in der Planungshoheit der Gemeinden, um die städtebauliche Entwicklung vorausschauend zu ordnen. Bauliche und sonstige Nutzung der Grundstücke sind nach dem Baugesetzbuch durch Bauleitpläne vorzubereiten. Bauleitpläne sind der Flächennutzungsplan und der Bebauungsplan. Sie sollen eine geordnete städtebauliche Entwicklung und eine dem Wohl der Allgemeinheit entsprechende sozialgerechte Bodennutzung gewährleisten und dazu beitragen, eine menschenwürdige Umwelt zu sichern und die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und zu entwickeln. Mit Grund und Boden soll sparsam und schonend umgegangen werden. Landwirtschaftlich als Wald oder für Wohnzwecke genutzte Flächen sollen nur im notwendigen Umfang für andere Nutzungsarten vorgesehen werden.

Bebauungsplan (B-Plan)

Rechtsverbindlicher Bauleitplan, der räumliche Einzelfestsetzungen für die städtebauliche Ordnung enthält (Baublöcke oder Standorte).

(Örtliche Gesamtplanung = Flächennutzungsplan, Bebauungsplan)

Beeinträchtigung

Die negative Veränderung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes oder des Landschaftsbildes, die aus dem Zusammentreffen der vom Vorhaben ausgehenden Wirkfaktoren (z.B. Versiegelung) mit den Ausprägungen von Natur und Landschaft (z.B. einem Brutgebiet bedrohter Vogelarten) entstehen kann.

Befragungen

Eine wertvolle Informationsquelle. Hintergrund und Ziel der Befragung kann sehr unterschiedlich sein, z.B. für Akzeptanzvoruntersuchungen zu Beginn eines Vorhabens.

behördenverbindlich

Das bedeutet, die Behörden oder sonstigen Stellen sind verpflichtet bestimmte Inhalte, z.B. des Landesentwicklungsplan, zu beachten. Für die Allgemeinheit dagegen besteht keine Verpflichtung.

Besondere Leistungen  (§2 Abs. 3 HOAI)

„Besondere Leistungen können zu den Grundleistungen hinzu- oder an deren Stelle treten, wenn besondere Anforderungen an die Ausführung des Auftrages gestellt werden, die über die allgemeinen Leistungen hinausgehen oder diese ändern. Die Besonderen Leistungen eines Leistungsbildes können auch in anderen Leistungsbildern oder Leistungsphasen vereinbart werden, in denen sie nicht aufgeführt sind, soweit sie dort nicht Grundleistungen darstellen.“

Bestandsaufnahme / Landschaftsanalyse

Beschreibung der historischen, gegenwärtigen und zukünftigen, d.h. absehbaren, Situation von Natur und Landschaft. Jeder Bestandteil der Landschaft wird untersucht, das erfolgt anhand der Schutzgüter in Bezug auf Bestand/Leistungsfähigkeit, Belastung/Empfindlichkeit, Schutzwürdigkeit, Entwicklungsmöglichkeiten. Sowie die Ermittlung von vorliegenden Planungen und Planungsabsichten.

Biosphärenreservat

Großräumige Landschaften, die durch reiche Naturausstattung und wichtige Beispiele einer landschaftsverträglichen Landnutzung überregionale Bedeutung besitzen und als Naturschutz- oder Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen sind, den Richtlinien der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, (UNESCO) genügen und als Biosphärenreservat ausgewiesen sind.

Biotop

Lebensraum einer bestimmten Tier- oder Pflanzengesellschaft von bestimmter Mindestgröße und einheitlicher, gegenüber seiner Umgebung abgrenzbarer Beschaffenheit (z.B.: Teich, Moor). Besonders schützenswert sind die sogenannten § 30 – Biotope des neuen Bundesnaturschutzgesetzes.

Biotopkartierung / Biotoptypenkartierung

Durchgeführte Aufzeichnung von Biotopen auf der gesamten Fläche eines Untersuchungsraumes als Grundlage für eine umfassende Landschaftsanalyse und Landschaftsbewertung, um repräsentative Aussagen über den Zustand einer Landschaft zu ermöglichen sowie auch eine verlässliche Grundlage für die Ausweisung von Naturschutzgebieten u.ä. zu erhalten. Gemeinden führen Biotopkartierungen durch, um Grundlagen für Grünordnungspläne und Landschaftspläne zu erhalten.

 

Biotopkartierung: Beschreibung von Biotopstrukturen, Pflanzenarten und –gesellschaften.

Biotoptypenkartierung: Zuordnung der vorhandenen Biotope zu bestimmten Biotoptypen, die durch gemeinsame Merkmale (Vorkommen bestimmter Leitarten und Landschaftsstrukturen) verbunden sind.

Biotopverbund(system)

Summe der flächenbezogenen (unmittelbaren) Kontakte zwischen Lebensräumen (Biotopen).

Modell im Naturschutz, das den Effekten der zunehmenden Flächenreduktion und Isolierung naturnaher Lebensräume (z.B. Abnahme der Artenzahlen) entgegenwirken soll. Maßnahmen eines Biotopverbundsystems (Biotopverbundplanung) können sein:

-          Vernetzung über lineare Elemente, wie z.B. Hecken, Waldsäume, Uferrandstreifen, Acker- und Wiesenrandstreifen und Straßenböschungen

-          Vernetzung über zwischengeschaltete „Trittsteinbiotope“, also kleine Flächen, die bestimmte Arten zeitweise als Lebensraum dienen können

Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA)

Er ist der Berufsverband der Landschaftsarchitekten und vertritt die Interessen seiner Mitglieder in Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Weiterhin bietet der BDLA Fortbildungen für seine Mitglieder an und sorgt für Öffentlichkeitsarbeit und vieles mehr.

Website vom BDLA

 

E

Eignungsgebiet / -raum (§ 7 Abs. 4 Nr. 3 ROG)

Gebiete, die für bestimmte, raumbedeutsame Maßnahmen geeignet sind, die städtebaulich nach § 35 des Baugesetzbuchs zu beurteilen sind und an anderer Stelle im Planungsraum ausgeschlossen werden.

Eingriff

Eingriffe in Natur und Landschaft sind konkrete anthropogene Veränderungen in Natur und Landschaft, die durch das Ausmaß der raumwirksamen Nutzungsansprüche die Gestalt oder Funktion von Natur und Landschaft oder Teile davon so erheblich oder nachhaltig beeinträchtigt, dass die Funktionsfähigkeit und Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes oder das Landschaftsbild erheblich vermindert sind.

Eingriffsregelung (ER)

Festlegung, Dauer und Schwere eines Eingriffes und die verfahrensmäßige Behandlung der Eingriffsfolgen. Die Eingriffsregelung erhebt den Anspruch, alle mit einem Vorhaben verbundenen Veränderungen der Gestalt und Nutzung von Grundflächen, die die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes oder das Landschaftsbild erheblich oder nachhaltig beeinträchtigen zu können, zu erfassen, zu bewerten und Ausgleichsmaßnahmen festzulegen, beziehungsweise das Vorhaben für nicht ausgleichbar und bei Überwiegen der Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege als unzulässig abzulehnen. Die Eingriffsregelung ist durch das Baugesetz abgesichert.

erheblich

Weitgehend unbestimmter Rechtsbegriff aus § 8 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) für die Intensität der Beeinträchtigung des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes. Eine erhebliche Beeinträchtigung ist gegeben, wenn durch einen Eingriff das kurz- bis mittelfristige Regenerationsvermögen der Natur überfordert wird und sich als Folge die Funktionen und Werte des Naturhaushaltes oder das Landschaftsbild verändern.

Ersatz

Ersatz muss geleistet werden, wenn ein Eingriff erheblichen Beeinträchtigungen des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes verursacht hat, die nicht ausgeglichen werden können. Der Verursacher des Eingriffes muss an anderer Stelle in ähnlicher Art und Weise den Naturhaushalt und das Landschaftsbild wiederherstellen (Ersatzmaßnahme). Es erfolgt eine Wiederherstellung mit einem anderem Schutzgut oder mit ähnlicher Funktion, nicht im gleichen Funktionsraum mit einer Dauer länger als 25 Jahre (gleichwertig).

Beispiel für eine Ersatzmaßnahme:

-          Eingriff: Versiegelung einer Fläche zur Parkplatznutzung (Schutzgut – Boden)

-          Ersatz: Neupflanzung von Alleebäumen zur Lückenfüllung einer bestehenden Allee (Schutzgut – Arten- und Lebensgemeinschaften)

Europäische Vogelschutzrichtlinie

Diese Vogelschutzrichtlinie wurde 1979 vom Umweltministerrat als „Richtlinie des Rates über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten“ verabschiedet. Ziel dieser Richtlinie ist ein besserer Schutz aller in Europa brütenden, rastenden und überwinternden Vogelarten. Sie enthält strenge artenschutzrechtliche Bestimmungen.

Extensivierung

Landwirtschaftliche Produktionsweise mit dem Ziel, die Belastung des Bodens, und des Grundwassers zu verhindern oder stark einzuschränken und die Bedrohung der Tier- und Pflanzenarten durch eine intensive Landwirtschaft zu vermeiden, indem die industriellen Kulturmethoden mit künstlicher Düngung und ständigem Pestizideinsatz sowie eine Massentierhaltung auf zu kleinen Pro-Kopf-Flächen vermieden oder zumindest stark reduziert werden.

 

F

Fachplanung

Fachplanungen im weiteren Sinne sind Planungen und Maßnahmen die im Zuständigkeitsbereich von Bund, Ländern und Gemeinden durch Fachstellen zur Umsetzung ihrer sektoralen Fachbelange vorbereitet und durchgeführt werden. Im engeren Sinne zählen hierzu die aufgrund von Fachplanungsgesetzen des Bundes und der Länder durchgeführten förmlichen Fachplanungen (z.B.: Bundesfernstraßenplanung).

Feuchtgebiete

Wasserbeeinflusste Landschaftsteile oder Gewässer, die wichtige Lebensstätten charakteristischer Tier- und Pflanzenarten darstellen, wie z.B. Moore, Sümpfe, Röhrichte, Nasswiesen und Quellbereiche. Sie unterliegen grundsätzlich nach § 30 BNatSchG dem Biotopschutz.

Flächennutzung

Art und Maß der Beanspruchung von Grund und Boden für spezielle Zwecke. Zu unterscheiden ist zwischen baulicher Nutzung (Wohnbauflächen, gewerblichen Bauflächen, Verkehrsflächen u. a.) und freiraumbezogener Nutzung (Grünflächen, Wald, Flächen für die Landwirtschaft u. a.)

Flächennutzungsplan (FNP; F-Plan)

Vorbereitender Bauleitplan für das gesamte Gemeindegebiet. Darstellung der beabsichtigten Art der Bodennutzung in ihren Grundzügen, unter Berücksichtigung der voraussehbaren Bedürfnisse der Gemeinde. Aus dem FNP, der für die Verwaltung verbindlich ist, müssen die Bebauungspläne entwickelt werden. Der FNP bildet die Grundlage für die städtebauliche Entwicklung. Anders als beim Bebauungsplan kann der einzelne Bürger aus dem FNP keine Rechtsansprüche ableiten.

(Örtliche Gesamtplanung = Flächennutzungsplan, Bebauungsplan)

Flächenpool

Sammlung von potentiellen Ausgleichsflächen zur Kompensation zukünftiger Eingriffe in Natur und Landschaft für Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege.

Ökokonto

Bewirtschaftung des Flächenpools, dadurch können Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege ermöglicht werden.

(Einzahlung = Ausgleichsmaßnahme; Abbuchung = Eingriff)

Flora-Fauna-Habitat-Verträglichkeitsprüfung (FFH-VP)

Sie ist ein naturschutzrechtliches Instrument zur Bewahrung der biologischen Vielfalt (Biotope und Arten) in der europäischen Gemeinschaft durch Schutz des ökologischen Netzes der NATURA 2000-Gebiete vor erheblichen Beeinträchtigungen.

Sie ist anzuwenden, sobald Pläne oder Projekte ein NATURA 2000-Gebiet oder in Zusammenwirkung mit anderen Plänen und Projekten erheblich beeinträchtigen könnten.

Die FFH-Verträglichkeitsprüfung umfasst die Ermittlung, Beschreibung und Bewertung der Auswirkungen von Projekten und Plänen auf 1. Boden, Wasser, Luft, Klima sofern als Wirkungspfad für Arten und Biotope bedeutsam 2. Arten und Biotope der maßgeblichen Anhänge der FFH- oder Vogelschutzrichtlinie des betroffenen NATURA 2000-Gebietes.

Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-RL)

Die FFH-Richtlinie, offiziell „Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21.Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen“. Sie ist die erste Regelung zum Lebensraum- und Artenschutz in der Europäischen Gemeinschaft.

Flurbereinigung

Zur Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft sowie zur Förderung der allgemeinen Landeskultur und der Landentwicklung können Grundstücke im ländlichen Raum durch verschiedene Maßnahmen neu geordnet werden. Dies geschieht in einem Flurbereinigungsverfahren, in dem u.a. den Erfordernissen der Raumordnung, der Landesplanung, des Umweltschutzes sowie des Naturschutzes und der Landschaftspflege Rechnung zu tragen ist (Flurbereinigungsgesetz – FlurBG).

Foren

Sind Veranstaltungen, bei denen im größerem Personenkreis Ansichten und Arbeitsgruppenergebnisse präsentiert und diskutiert werden. Es kann ein eingeschränkter Personenkreis mitwirken oder (Zwischen-) Ergebnisse der Arbeit aus Arbeitsgruppen mit einer interessierten Öffentlichkeit diskutiert werden.

formal

(Auf die Form bezüglich; nur der Form nach; äußerlich)

Bedeutet in der Landschaftsplanung, es wird nach strengen rechtlichen (gesetzlichen) Kriterien gehandelt.

Der Begriff informal bedeutet nicht gesetzlich.

Forstlicher Rahmenplan

Zur Sicherung der für die Entwicklung der Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse notwendigen forstlichen Voraussetzungen sollen die nach Landesrecht zuständigen Behörden forstliche Rahmenpläne für einzelne Waldgebiete oder das Landesgebiet oder Teile davon aufstellen. Die raumbedeutsamen Erfordernisse und Maßnahmen der forstlichen Rahmenpläne werden unter Abwägung mit anderen raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen in die gesamträumlichen Pläne der Länder aufgenommen.

 

G

Gegenstromprinzip der Raumordnung bzw. Gegenstromprinzip der Landesplanung im Land Sachsen-Anhalt

§ 1 Abs. 3 ROG / § 1 Abs. 2 LPlG LSA:

Raumordnerisches Prinzip, das die wechselseitige Beeinflussung von örtlicher und überörtlicher bzw. regionaler und überregionaler Planung kennzeichnet.

Das Gegenstromprinzip lautet:

„Die Entwicklung, Ordnung und Sicherung der Teilräume soll sich in die Gegebenheiten und Erfordernisse des Gesamtraumes einfügen; die Entwicklung, Ordnung und Sicherung des Gesamtraumes soll die Gegebenheiten und Erfordernisse seiner Teilräume berücksichtigen (Gegenstromprinzip).“

Gemeinlastprinzip

Gemeinlastprinzip bedeutet, dass sich bestimmte Belange auf die Allgemeinheit auswirken. Zum Beispiel durch die Landschaftsplanung erfolgt eine nachhaltige Sicherung der Lebensgrundlagen und diese entsprechen dem Allgemeinwohl.

Geographisches Informationssystem (GIS)

Gesamtheit der Hard- und Softwarekomponenten, die zur Erfassung, Instandhaltung, Auswertung und Darstellung von raumbezogenen Daten notwendig ist. Geographische Daten werden mit Sachdaten (beschreibende Daten) gemeinsam verarbeitet und innerhalb eines GIS miteinander verknüpft.

Grundleistungen (§2 Abs. 2 HOAI)

„Grundleistungen umfassen die Leistungen, die zur ordnungsgemäßen Erfüllung eines Auftrages im allgemeinen erforderlich sind. Sachlich zusammengehörige Grundleistungen sind zu jeweils in sich abgeschlossenen Leistungsphasen zusammengefasst.“

Grundsätze der Raumordnung

Die Raumordnungs- und Landesplanungsgesetze enthaltenen Grundsätze und Ziele der Raumordnung und Landesplanung. Grundsätze der Raumordnung im Raumordnungsgesetz (§ 2, 3, 4 ROG) sind z. B.: die Entwicklung eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Verdichtungsräumen und ländlichen  Räumen, die Sorge für Schutz, Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft, die Sicherung der Wasserversorgung und eine sparsame und schonende Inanspruchnahme von Naturgütern. Sie gelten unmittelbar für die Behörden des Bundes und der Länder. Sie müssen in der Abwägung berücksichtigt werden.

Grünordnungsplan

Von den Trägern der Bauleitplanung aufzustellender integrierter Teil des Bebauungsplans, in den die landschaftsgestalterischen und landschaftspflegerischen Belange eingehen. Die Feststetzungen des Grünordnungsplans sind Bestandteil des Bebauungsplans.

 

H

Huckepackverfahren

Verwendeter Begriff in der Eingriffsregelung. Es bedeutet die Zuständigkeit bei Vorhaben (z. B.: Verkehrsausbau) liegt außerhalb der Naturschutzbehörde (beim Fachrecht, wie z. B.: Verkehrsplanung), da diese Instrumente (z. B.: Landschaftspflegerischer Begleitplan, Umweltverträglichkeitsstudie) andere Verfahren, in der Regel zur Vorhabenszulassung, voraussetzen und ihnen zugeordnet werden.

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

Verordnung über die Honorare für Leistungen der Architekten und der Ingenieure.

HOAI

 

K

Kommunale Planungshoheit bzw. Selbstverwaltung

Das Planungsermessen gibt der Gemeinde als Träger der Planungshoheit das Recht, darüber in freier Entscheidung zu befinden, wie und in welcher Weise sie sich städtebaulich geordnet fortentwickeln will. Die ihr vom Gesetz gezogenen Schranken müssen jedoch beachtet werden.

Zu unterscheiden sind allgemeine und besondere  kommunale Planungshoheit.

(hoheitlich = Anwendung des öffentlichen Rechts)

 

Allgemeine kommunale Planungshoheit:

Befugnis, die eigenen Angelegenheiten nicht nur von Fall zu Fall zu erledigen, sondern aufgrund von Analyse und Prognose erkennbarer Entwicklungen ein Konzept zu erarbeiten, das den einzelnen Verwaltungsvorgängen Rahmen und Ziel weist. Die Planungshoheit ist eine Gemeindehoheit, die zum Kernbereich der Selbstverwaltungsgarantie des Art.28 Abs. 2 GG gehört.

 

Besondere kommunale Planungshoheit:

Raumplanungshoheit.

Sie umfasst die Befugnis, für das eigene Gebiet die Grundlagen der Bodennutzung festzulegen. Ausdrucksformen der kommunalen Raumplanungshoheit sind der Bebauungsplan und der gesamtgemeindliche Flächennutzungsplan.

Körperschaften

(z. B. Bezirke, Kreise, Gemeinden, Städte, Kirchen)

Eine mit bürgerlichen Rechten organisierte Personenvereinigung, die mit den Rechten einer juristischen Person ausgestattet ist bzw. ein rechtsfähiger Verband, der staatliche Aufgaben mit staatlichen Mitteln wahrnimmt.

 

L

Länderarbeitsgemeinschaft für Naturschutz, Landschaftspflege und Erholung (LANA)

Die LANA ist ein länderübergreifendes Gremium, in dem die Vertreter der obersten Naturschutzbehörden der Bundesländer mit dem Bund über die Schwertpunktthemen des Naturschutzes beraten.

Website der LANA

Landesentwicklungsplanung

Legt auf der Grundlage des Raumordnungsgesetzes (ROG) und der jeweiligen Landesplanungsgesetze die Ziele der Raumordnung und Landesplanung für ein Land fest. Diese Ziele beziehen sich auf:

-          die Einteilung in verschiedene Strukturräume (Verdichtungsräume, Ordnungsräume, ländliche Räume)

-          die besonderen Funktionen und Aufgaben von Teilräumen (Vorranggebiete, Gebiete für bestimmte Nutzungen und/oder Funktionen),

-          die anzustrebende Entwicklung von Bevölkerung und Wirtschaft und

-          die anzustrebende Ausstattung mit Infrastrukturen  (in Form von Richtwerten)

Die Pläne und Programme enthalten einen textlichen Teil (Ziele mit Erläuterungen) und einen kartographischen Teil mit räumlich konkretisierten Aussagen. Je nach Bundesland werden sie Landesentwicklungsplan (Sachsen-Anhalt), Landesentwicklungsprogramm, oder Landesraumordnungsprogramm genannt.

Landesplanung

Teil der öffentlichen Verwaltung in den Ländern, der zusammenfassende, überörtliche, übergeordnete, den Grundsätzen der Raumordnung entsprechende Programme und Pläne aufstellt und raumbedeutsame Planungen und Maßnahmen koordiniert (Raumordnung in den Ländern).

ländlicher Raum

Werden durch ländliche Siedlungsformen und eine überwiegend dünne Besiedlung charakterisiert. Bezogen auf die siedlungsstrukturelle Typisierung befinden sie sich außerhalb der Verdichtungs- und Ordnungsräume. In der Regionstypisierung werden sie als ländlich geprägte Regionen , besonders entfernt von Verdichtungsräumen gelegene als ländlich periphere Regionen bezeichnet.

Landschaftsbild

Äußere, sinnlich wahrnehmbare Erscheinungsform von Natur und Landschaft. Die Bewertung erfolgt anhand objektiv darstellbarer Strukturen und subjektiv –ästhetischer Wertmaßstäbe des Betrachters. Das Landschaftsbild wird durch die Vielfalt, Eigenart und Schönheit der natürlichen Landschaftselemente geprägt.

Landschaftselement

(Landschafts(bestand)teil)

Einzelnes Element oder Elementgruppe der Landschaft, z.B. Einzelbaum, Baumgruppe, Feldhecke, kleines Wäldchen, Felswand etc. auch für die Landschaft charakteristische Vogelkolonien; wegen des Alters, der natürlichen Schönheit, oder wegen der Bedeutung für das Landschaftsbild oft gesetzlich geschützt.

Landschaftspflege

Alle Maßnahmen zur Sicherung, Pflege und Neuanlage naturnaher Lebensräume für heimische Pflanzen- und Tierarten, sowie Maßnahmen zur Pflege und Renaturierung bei Schäden an Naturhaushalt und Landschaftsbild. Die Aufgabe der Landschaftspflege besteht darin, die ökologische und landschaftliche Vielfalt zu erhalten und zu entwickeln.

Landschaftspflegerischer Begleitplan (LBP)

Stellt in Text und Karte die zum Ausgleich eines Eingriffes in Natur und Landschaft erforderlichen Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege dar (§ 8 Abs. 4 Bundesnaturschutzgesetz). Der LBP ist Bestandteil des jeweiligen Fachplanes, auf dessen Grundlage der Planungsträger den Eingriff vornimmt, d.h. er wird nur in Verbindung mit genehmigungspflichtigen Planung (z.B. Gewässerausbau, Verkehrsplanung) erstellt. Nimmt an Planfeststellungs- oder Genehmigungsverfahren teil. Er ist verbindlich.

Landschaftspflegeverband

Landschaftspflegeverbände sind gemeinnützig eingetragene Vereine, die keine behördlichen Befugnisse besitzen. Sie werden nur auf Wunsch von Grundstückseigentümern (Gemeinden, Privatpersonen oder andere Verbände) tätig und sind meist für ein Gebiet eines Landkreises oder Naturraums zuständig.

Landschaftspflegeverbände haben drei Hauptziele:

1.       ein flächendeckendes Netz natürlicher und naturnaher Lebensräume aufbauen, um in allen deutschen Kulturlandschaften die Lebensgrundlagen intakt zu erhalten.

2.       Impulse für eine nachhaltige Regionalentwicklung und umweltverträgliche Landnutzung geben, die das besondere der eigenen Region herausstellen und ihre Eigenkräfte wecken

3.       der Landwirtschaft ein verlässliches Zusatzeinkommen im Naturschutz verschaffen und sie bei der Vermarktung gebietstypischer Produkte unterstützen.

Landschaftsplan

Fachplan des Naturschutzes. Die örtlichen Erfordernisse und Maßnahmen zur Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege werden in Text, Karte und zusätzlicher Begründung dargestellt. Er beschreibt, bewertet und stellt dar, wie die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege in einer Gemeinde erreicht werden können.

Landschaftsplanung

Als allgemeiner, umgangssprachlicher Oberbegriff für verschiedene ökologisch orientierte Planungsinstrumente. Im rechtlichen Sinn für die Planungshierarchie des Bundesnaturschutzgesetzes, die aus Landschaftsprogramm, Landschaftsrahmenpläne und örtlichen Landschaftsplänen besteht.

Im engeren Sinn eingegrenzt auf die örtliche (kommunale) Landschaftsplanung.

landschaftsplanerische Ziele

Das übergeordnete Ziel ist die nachhaltige und dauerhafte Sicherung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes.

Im Bundesnaturschutzgesetz in den §§ 1, 2 und in den §§ 1, 2 des Naturschutzgesetzes von Sachsen-Anhalt sind die übergeordneten Ziele und auch Grundsätze niedergelegt. Es lautet, Natur und Landschaft so zu schützen, zu pflegen und zu entwickeln, dass die Leitungsfähigkeit des Naturhaushaltes und die Nutzbarkeit der Naturgüter nachhaltig gesichert sind, die Tier- und Pflanzenwelt und ihre Lebensräume sowie die Vielfalt, Eigenart und Schönheit und damit auch dem Erlebniswert von Natur und Landschaft auf Dauer erhalten bleiben. Das heißt, das komplexe Wirkungsgefüge aller natürlichen Faktoren wie Boden, Wasser, Luft und Klima, Pflanzen- und Tierwelt mit seinen physikalischen, chemischen und biologischen Prozessen soll dauerhaft funktionsfähig erhalten werden und damit einen wichtigen Teil unserer Lebensqualität sichern.

Landschaftsrahmenplan / Landschaftsprogramm

Die überörtlichen Erfordernisse und Maßnahmen zur Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege sind unter Beachtung der Grundsätze und Ziele der Raumordnung und Landesplanung für den Bereich eines Landes in Landschaftsprogrammen oder für Teile des Landes in Landschaftsrahmenplänen darzustellen. Die raumbedeutsamen Erfordernisse und Maßnahmen der Landschaftsprogramme und Landschaftsrahmenpläne  sollen unter Abwägung mit den anderen raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen nach Maßgabe der landesplanerischen Vorschriften der Länder in die Landes- bzw. regionalen Entwicklungspläne aufgenommen werden.

Landschaftsschutzgebiet (LSG)

Rechtsverbindlich festgesetztes Gebiet, das wegen seiner Vielfalt, Eigenart und Schönheit, aus wissenschaftlichen oder naturgeschichtlichen Gründen oder wegen besonderer Bedeutung für Naturschutz, Naturhaushalt oder Erholung unter Landschaftsschutz gestellt wurde. Im Gegensatz zu Naturschutzgebieten können in Landschaftsschutzgebieten wirtschaftliche Nutzungen, wie Land- und Forstwirtschaft stattfinden.

Lebensgemeinschaften

Biozönose, die Summe der miteinander in Wechselwirkung stehenden Organismen eines Ökosystems. Werden die Arten nur listenmäßig zusammengestellt, spricht man eher von der Flora und Fauna (Biota) des betreffenden Gebietes. Der Ort des Vorkommens einer Lebensgemeinschaft ist das Biotop. In den einzelnen Teilarealen des Biotops können charakteristische Teilgemeinschaften auftreten (sog. Stratozönoisen, Choriozönosen, Merozönosen usw.). Die Gemeinschaft der Pflanzen in einem Ökosystem bildet die Phytozönose, die Gemeinschaft der Tiere die Zoozönose, die Gemeinschaft der Mikroorganismen die Mikrozönose.

Leitbild

(Entwicklungsziele)

Mit dem Leitbild wird das Ziel der Entwicklung von Natur und Landschaft im Planungsraum beziehungsweise im jeweiligen Naturraum bestimmt. Es beschreibt  den gewünschten Endzustand von Natur und Landschaft mit einen üblichen Planungszeitraum von 10 bis 15 Jahren.

Link / Hyperlink

Die meisten Webseiten enthalten Hyperlinks / Links. Dabei handelt es sich um besonders formatierte Textstellen oder um Bilder auf einer Webseite, die Verbindungen zu anderen Webseiten herstellen. Indem sie auf einen Hyperlink klicken, kann man eine andere Webseite aufrufen.

 

 

M

Mediation

Dient der Vermittlung zwischen verschiedenen Parteien in Entscheidungs- und Planungsverfahren. In der Regel aus vier Phasen bestehend: 1. Initiierung/Festlegung der Beteiligten, 2. Vorbereitungsphase mit Festlegung der Kommunikations- und Verhandlungsregeln, 3. Verhandlungsphase, 4. Beschlussphase mit Feststellung der Ergebnisse. Die Ergebnisse der Mediation haben beratenden Charakter für die planende Behörde.

 

Moderation

Kann in vielen Beteiligungsformen eingesetzt werden und stellt damit ein wesentliches Basisinstrument kommunikativer Planung dar. Es dient der Ermittlung von Interessen sowie der Vermittlung unterschiedlicher Interessen. Grundlage einer Moderation ist die Annahme, dass die Lösung von gestellten Fragen innerhalb der zu moderierenden Gruppe vorhanden ist und durch den Moderator herausgearbeitet und visualisiert wird.

 

N

nachhaltig

Im Sinne des Naturschutzgesetzes Maß für die Zeitdauer einer Beeinträchtigung des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes. Eine nachhaltige Beeinträchtigung ist dann gegeben, wenn Schutzgüter dauerhaft, d.h. länger als z.B. 5 Jahre, beeinflusst bleiben und sich dadurch die Funktionen und Werte des Naturhaushaltes oder das Landschaftsbild verändern.

nachhaltige Entwicklung

Begriff aus der Land- und Forstwirtschaft, der eine Wirtschaftsweise bezeichnet, die sicherstellt, dass die Produktionsleistung des Ökosystems für kommende Generationen unvermindert erhalten bleibt. Der Begriff wird nicht einheitlich verwendet und teilweise im Sinn der Erhaltung der Waldfläche, des Holzertrages, der betrieblichen Wertschöpfung oder des ökologischen Gleichgewichts verstanden (UNCED–Konferenz in Rio de Janeiro, 1992, die generell für alle Entwicklungsaktivitäten forderte, dass diese dem Prinzip der Nachhaltigkeit genügen).

NATURA 2000-Gebiete

Es ist ein „kohärentes europäisches ökologisches Netz“ besonderer Schutzgebiete. Dieses Schutzgebietssystem umfasst alle bisher nach der EG-Vogelschutzrichtlinie ausgewiesenen Gebiete und alle künftig nach der Vogelschutzrichtlinie und der FFH-Richtlinie neu auszuweisenden Gebiete.

Naturhaushalt

Wirkungsgefüge aus Lebewesen und unbelebten natürlichen Bestandteilen, die untereinander und mit ihrer Umwelt in energetischen, stofflichen und informatorischen Wechselwirkungen stehen.

naturräumliche Gliederung

Gliederung des Raumes nach physisch – geographischen Einheiten mit homogenen charakteristischen Biotopgefüge bzw. Ökotopgefüge.

Naturschutz

Gesamtheit der Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung von Pflanzen und Tieren wildlebender Arten, ihrer Lebensgemeinschaften und natürlichen Lebensgrundlagen sowie zur Sicherung von Landschaften und Landschaftsteilen unter natürlichen Bedingungen.

Naturschutzgebiet (§ 23 BNatSchG)

Flächen, die in ihrer Ausstattung und Vielfalt besonders seltene Qualitäten aufweisen, können unter Naturschutz gestellt werden, um den nachhaltigen Schutz zu gewährleisten und mögliche Störungen auszuschließen. Jede wirtschaftliche Tätigkeit, Beschädigung oder Veränderung ist verboten.

Naturschutz- und Landschaftspflege

Die Aufgaben von Naturschutz- und Landschaftspflege leiten sich aus dem Bundesnaturschutzgesetz ab:

Natur und Landschaft sind .... im besiedelten und unbesiedelten Bereich so zu schützen, zu pflegen und zu entwickeln und, soweit erforderlich, wiederherzustellen, dass

-          die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes,

-          die Regenerationsfähigkeit und nachhaltige Nutzungsfähigkeit der Naturgüter,

-          die Pflanzen- und Tierwelt einschließlich ihrer Lebensstätten und Lebensräume sowie

-          die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und Landschaft

auf Dauer gesichert sind (§1 Abs. 1 BNatSchG).

 

Ö

Ökologie

Ist die Wissenschaft von den Beziehungen innerhalb von Lebensgemeinschaften und zwischen Organismen (als Individuen oder Gemeinschaften) in der unbelebten Umwelt.

ökologisch

1.       bezogen auf die Wissenschaft der Ökologie bzw. generell auf Umweltprobleme

2.   auch: biologisch, umgangssprachlich schadstoffarm, ohne Kunstdünger produziert, gesund

Ökosystem

Bezeichnung für einen geographischen Ausschnitt der Biosphäre. Die verschiedenen Ökosysteme sind allerdings alle mehr oder weniger miteinander durch Energie- und Stoffaustausch sowie biologische Interaktionen verbunden. Jedes Ökosystem der Erde besitzt aber dennoch besondere Strukturen und Funktionen und ist einzigartig.

 

P

Pflege- und Entwicklungsplan (PEP)

Umfassen Festlegungen zu Pflege und Entwicklung von Schutzgebieten der unterschiedlichsten Kategorien. Träger der Pflege- und Entwicklungsplanung sind somit die jeweils zuständigen Naturschutzbehörden, ihre Verbindlichkeit bleibt zumeist auf Behörden beschränkt.

Planfeststellungsverfahren

Die nach Fachplanungsgesetzen (z.B.: Bundesfernstraßengesetz, Allgemeines Eisenbahngesetz, Telegraphenwegegesetz, Luftverkehrsgesetz, Personenbeförderungsgesetz, Abfallgesetz, Wasserhaushaltsgesetz) durchzuführenden Planfeststellungsverfahren dienen der Planung und Entscheidung über die Zulassung eines konkreten Vorhabens (genehmigungspflichtigen Planung). Der Planfeststellungsbeschluss ist im Flächennutzungsplan nachrichtlich zu übernehmen bzw. zu vermerken. Das Planfeststellungsverfahren ist die Grundlage des Landschaftspflegerischen Begleitplans. Er ist verbindlich.

Planungsregionen von Sachsen-Anhalt:

Planungsregion Altmark:

·         mit dem Altmarkkreis Salzwedel, Landkreis Stendal

Planungsregion Magdeburg: 

·         mit dem Landkreis Bördekreis, Landkreis Jerichower Land, Ohrekreis, Landkreis Schönebeck, kreisfreie Stadt Magdeburg

Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg:

·         mit dem Landkreis Anhalt-Zerbst, Landkreis Bernburg, Landkreis Bitterfeld, Landkreis Köthen, Landkreis Wittenberg, kreisfreie Stadt Dessau

Planungsregion Halle:  

·         mit dem Burgenlandkreis, Landkreis Mansfelder Land, Landkreis Merseburg-Querfurt, Saalkreis, Landkreis Weißenfels, kreisfreie Stadt Halle

Planungsregion Harz:  

·         mit dem Landkreis Aschersleben-Staßfurt, Landkreis Halberstadt, Landkreis Quedlinburg, Landkreis Sangerhausen, Landkreis Wernigerode

Planungszellen

Besteht aus einer Gruppe von ca. 25, im Zufallsverfahren ausgewählten Personen, die im Auftrag einer Körperschaft (z.B. Kommune), Lösungsvorschläge für eine vorgegebene Fragestellung erarbeitet. Dazu werden sie etwa eine Woche von den Alltagspflichten freigestellt. Die Lösungsvorschläge werden in einem Bürgergutachten festgehalten.

Pufferzone

Größere Fläche zur Vermeidung von Beeinträchtigungen, die auf Grund der Unverträglichkeit benachbarter Flächennutzungen entstehen können. Eine Pufferzone kann beispielsweise eine Hecke sein.

R

Raumordnung

Zusammenfassende, überörtliche und übergeordnete Planung zur Ordnung und Entwicklung eines Raumes. Grundlage ist das (Bundes-) Raumordnungsgesetz. Der Bund wirkt auf die Verwirklichung der Grundsätze der Raumordnung hin, insbesondere durch Abstimmung der raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen einschließlich des Einsatzes der raumwirksamen Investitionen. Er stellt die langfristigen und großräumig bedeutsamen Planungen und Maßnahmen zusammenfassend dar (Bundesraumordnung). Die Länder sichern im Rahmen der Landesplanung die Verwirklichung der Grundsätze durch die Aufstellung von Programmen und Plänen.

(Raumordnung = Überörtliche Gesamtplanung = Leitbilder, Landesentwicklungsplan, Regionaler Entwicklungsplan) 

(Raumordnung + Gesamtplanung = Räumliche (Gesamt)planung / Raumplanung)

Raumordnungsgesetz (ROG)

Das Raumordnungsgesetz des Bundes regelt als Rahmengesetz gemäß GG Art. 75 Nr. 4 die Aufgaben und Grundsätze der Raumordnung in ihren Grundzügen in Bund, Ländern und Gemeinden sowie die Bindungswirkung der Ziele der Raumordnung und Landesplanung.

Raumordnungsverfahren (§ 6 a Raumordnungsgesetz)

Förmliches Verfahren zur Prüfung eines raumbedeutsamen Vorhabens auf seine Übereinstimmung mit den Erfordernissen der Raumordnung und zur Abstimmung mit raumbedeutsamen Vorhaben anderer Planungsträger. Das Verfahren schließt mit einer landesplanerischen Beurteilung, Feststellung oder Entscheidung ab.

Raumplanung (räumliche Planung)

Hat die Aufgabe, bestimmte Gebiete (Räume) nach den Daseinsgrundfunktionen des Menschen wie Wohnen, Arbeiten, Bildung, Versorgung, Erholung und Verkehr so zu ordnen und zu entwickeln, dass die Voraussetzungen für optimale soziale und wirtschaftliche Lebensbedingungen gegeben und die natürlichen Lebensgrundlagen nachhaltig gesichert sind. Im Vordergrund steht dabei die Nutzung von Flächen und Standorten mittels raumbedeutsamer Pläne und raumwirksamer Maßnahmen. Die Raumplanung umfasst die Bundesraumordnung, die Landes- und Regionalplanung, die Stadtplanung sowie die raumbedeutsamen Belange von Fachplanungen.

rechtsverbindlich / verbindlich

(bindend, verpflichtend, allgemein verbindlich)

Das bedeutet, jedermann ist verpflichtet bestimmte Inhalte, z.B. des Bebauungsplans, zu beachten.

Regierungspräsidium

Das Regierungspräsidium ist eine Mittelinstanz zwischen Landes- und kommunaler Ebene. Es setzt sich für die Ziele der Landesregierung ein und ist gleichzeitig Sachverwalter der regionalen Belange. Unter seinem Dach werden eine Reihe unterschiedlicher Verwaltungszweige zusammengefasst, die effizient „gebündelt“ und koordinierend bearbeitet werden.

Die Bediensteten üben die Dienstaufsicht aus, z.B. über die Landkreise, bearbeiten Widersprüche, z.B. über die Veterinär- und Lebensmittelämter, prüfen, ob die Landkreise/kreisfreie Stadt ihre Aufgaben im Einklang mit den Gesetzen erfüllen (Rechtsaufsicht), stellen Pläne auf, z.B. Abfallwirtschaftpläne, fördern z.B. Dorferneuerung, die Landwirtschaft, die Kultur, städtebauliche Sanierungen, setzen fest z.B. Naturschutzgebiete, Hochwasser- und Trinkwasserschutzzonen, überprüfen, z.B. Vergabeverfahren, bewilligen z.B. Liquiditätshilfen für Abwasserzweckverbände, beraten Kommunen, Investoren, Bürger(innen), koordinieren und moderieren, z.B. Verwaltungsverfahren (Raumordnung, Planfeststellung), Genehmigen, z.B. Industrieanlagen, Deponien.

In Sachsen-Anhalt gibt es drei Regierungspräsidien:

Regierungspräsidium Dessau

Regierungspräsidium Halle

Regierungspräsidium Magdeburg

(Änderungen: In Bezug auf die Regierungspräsidien sind in Sachsen-Anhalt Änderungen vorgesehen, da in absehbarer Zeit in Sachsen-Anhalt ein Landesverwaltungsamt entstehen soll, welches auf der gleichen Ebene stehen wird, wie das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, die oberste Naturschutzbehörde. Die drei Regierungspräsidien von Sachsen-Anhalt (Halle, Magdeburg, Dessau) mit den jeweiligen Regierungsbezirken, als obere Naturschutzbehörde, fallen demnach weg.)

Regionalplanung / Regionale Entwicklungsplanung

Landesplanung (Raumordnung) für Teilräume des Landes (=regionale Raumordnung). Träger sind je nach Bundesland die regionalen Planungsgemeinschaften (Sachsen-Anhalt), die Kreise, die Regierungsbezirke oder die Landesplanungsbehörde. Die Aufstellung räumlicher sowie sachlicher Teilpläne ist zulässig. In den Stadtstaaten ersetzen Flächennutzungspläne die Regionalpläne.

Orientiert an den Vorgaben der Landesentwicklungsplanung, enthält der Regionalplan sowohl die räumlichen Ziele für die Region als Ganzes und für deren räumliche Teileinheiten als auch die Maßnahmen, die zur Erreichung der Ziele notwendig sind. Somit ist die Regionalplanung Schnittpunkt bzw. Grenzzone gemeindlicher Bauleitplanung und übergeordneter Landesplanung. Regionalpläne tragen Länderweise unterschiedliche Bezeichnungen.

regionale Planungsgemeinschaft

Sind die Träger der Regionalplanung bzw. regionalen Entwicklungspläne in der Planungsregion. Sie sind für die Aufstellung, Änderung, Ergänzung, Fortschreibung und Verwirklichung des regionalen Entwicklungsplans und der Teilgebietsentwicklungspläne zuständig. Weiterhin nehmen sie Stellung zu raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen anderer Planungsträger. Die Hauptzielsetzung besteht darin, die räumliche Struktur so zu ordnen, zu sichern und zu entwickeln, dass die Rahmenbedingungen für einen wirtschaftlichen Aufschwung gewahrt werden, sowie ein lebenswertes Umfeld für die Bevölkerung gesichert ist.

Rekultivierung

Behebung nutzungsbedingter Schädigungen von Natur und Landschaft.

Renaturierung

Wiederherstellung von natürlicher, ursprünglicher Form und Aussehen eines Objektes, z.B.: die Renaturierung eines begradigten Baches durch Entfernen des Betonbettes.

Ressourcen

Natürliche Grundgüter (Naturgüter). Für die Nutzung des Menschen in der Natur vorhandene Stoffe oder Organismen. Man unterscheidet erneuerbare natürliche Grundgüter, wie Wasser, Luft, land- und forstwirtschaftlich nutzbarer Boden, Pflanzen, Tiere und nicht erneuerbare natürliche Grundgüter, wie fossile Brennstoffe und mineralische Rohstoffe.

Runde Tische

Im Unterschied zu Arbeitskreisen sollen möglichst viele unterschiedliche Interessengruppen gleichberechtigt vertreten und zusammengeführt werden und kooperative Lösungsvorschläge für politische Entscheidungsgremien erarbeiten.

 

S

Satzung

Das von Selbstverwaltungskörperschaften, insbesondere Gemeinden und Kreisen, zur Regelung ihrer eigenen Angelegenheiten gesetzte Recht (z.B.: Bebauungsplan, Abwassersatzung, Abfallsatzung, Baumschutzsatzung).

Schutzgüter / Naturgüter

Sind in der Regel Boden, Wasser, Luft/Klima und Landschaft (Landschaftsbild, Natur- und Landschaftserleben) als natürliche Lebensgrundlagen, die Pflanzen- und Tierwelt sowie der Mensch mit den von ihm geschaffenen Kultur- und Sachgütern.

Sekundärintegration

Auch als mittelbare Integration oder mitlaufende Integration bezeichnet.

Es ist eine förmliche Aufstellung eines selbständigen/eigenständigen Planes (Landschaftsprogramm und Landschaftsrahmenplan), d.h. die Pläne werden gesondert aufgestellt (eigenes Verfahren).

Die Integration/Übernahme der Inhalte der einzelnen Pläne erfolgt nachträglich in die räumliche Gesamtplanung.

1. Phase: Aufstellung des Planes als Fachplan

2. Phase: Inhalte der Pläne werden unter Abwägung aller Raumansprüche in räumliche Gesamtplanung übertragen

Dadurch entsteht eine bessere Transparenz/Nachvollziehbarkeit des Verfahrens, da eigenständige Planungsdarstellungen entstehen.

Städtebau / Stadtplanung

(städtebauliche Planung)

Umfasst alle Planungen und Maßnahmen zur städtebaulichen Ordnung und Entwicklung. Zum Städtebau gehören u. a. die Aufstellung, Sicherung und Realisierung der Bauleitpläne, die Bodenordnung, Enteignung und Erschließung, die städtebaulichen Gebote.

Grundlage für konkrete städtebauliche Pläne ist in vielen Fällen eine kommunale Entwicklungsplanung bzw. eine teilräumliche Rahmenplanung. Die Städtebauliche Planung im ländlichen Raum wird als Dorfplanung bezeichnet.

 

T

Träger öffentlicher Belange (TÖB)

Behörden und Institutionen des öffentlichen Rechts (z.B. Fachbehörden), die entsprechend den jeweils geltenden Regelungen bei raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen zu beteiligen sind.

 

U

Umweltplanung

Gesamtheit der auf den Umweltschutz ausgerichteten raumbezogenen Planungen, bei denen der Umweltschutz  Primärziel und / oder Begleitziel ist. Hierzu gehören u.a.:

-          Abfallentsorgungsplan

-          Abwasserbeseitigungsplan

-          Bauleitpläne

-          Energiekonzept

-          Forstlicher Rahmenplan

-          Landschaftsprogramm, Landschaftsrahmenplan, Landschaftsplan, Grünordnungsplan

-          Luftreinhalteplan

-          Programme und Pläne der Landesplanung

-          Verkehrsentwicklungsplan

Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP)

Gemäß dem Gesetz über die Umweltverträglichkeit (UVPG) vorgeschriebener unselbständiger Teil verwaltungsbehördlicher Verfahren nach einem definierten Ablaufschema, das bei der Prüfung über die Zulässigkeit von öffentlichen oder privaten Projekten angewendet wird, wenn diese erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt haben. Die UVP umfasst die Ermittlung, Beschreibung und Bewertung der Auswirkungen eines Vorhabens auf 1. Menschen, Fauna, Flora, Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft mit ihren Wechselwirkungen und 2. Kultur- und sonstige Sachgüter.

Die UVP wird unter Einbeziehung der Öffentlichkeit und unter Beteiligung der Träger öffentlicher Belange durchgeführt. Die nach dem Gesetz erforderlichen fachlichen Grundlagen und Einschätzungen werden in der Regel in der Umweltverträglichkeitsstudie abgehandelt.

Umweltverträglichkeitsstudie (UVS)

Umfassendes Ökologisches Gutachten, das den Umfang der Auswirkungen eines Großprojektes auf Mensch, Natur und Landschaft sowie auf Sachgüter und das kulturelle Erbe identifiziert, beschreibt und bewertet die Wechselwirkungen zwischen den genannten Faktoren aufzeigt und Abhilfen oder Alternativen bei schädlichen Auswirkungen darlegt. Die UVS bildet die fachliche Grundlage für die Umweltverträglichkeitsprüfung.

 

V

Verdichtungs- und Ordnungsräume

Gebietskategorie in der siedlungsstrukturellen Typisierung, die durch eine erhöhte Konzentration von Einwohnern und Arbeitsplätzen gekennzeichnet ist.

Als Ordnungsräume werden die Verdichtungsräume und eine starke Pendlerverflechtung mit den aufweisenden Randgebieten bezeichnet.

Vermeidung

Das Vermeidungsgebot in der Eingriffsregelung bedeutet die lagemäßige oder technische Optimierung eines Vorhabens, so dass lediglich verminderte Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft entstehen. Vermeidungsmaßnahmen stehen in der gesetzlichen Entscheidungskaskade der Eingriffsregelung stets vor der Durchführung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen.

 

Vermeidungsprinzip (§ 19 Abs. 3 BNatSchG)

Der Verursacher des Eingriffes muss den gegenwärtigen Zustand von Natur und Landschaft sichern (Vermeindungspflicht). Vermeidbare Beeinträchtigungen müssen unterlassen werden. Das heißt nicht, dass man deshalb das gesamte Projekt aufgeben muss, sondern es sind Alternativen zu suchen, die an die Natur  möglichst geringe Schäden verursachen, z.B. Tunnel statt tiefe Geländeeinschnitte, Umgehungen besonders wertvoller Biotope oder Grünbrücken für Wildtiere, damit diese ihren Lebensraum zerschneidende Verkehrstrassen überwinden können.

Verursacherprinzip (§ 19 BNatSchG)

Das Verursacherprinzip wurde 1976 mit der Eingriffsregelung eingeführt. Es besagt, dass der Verursacher eines Eingriffes in Natur und Landschaft die Verantwortung der negativen Folgen übernehmen muss, die durch Realisierung eines Vorhabens entstehen, mit der Forderung "vermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu unterlassen". Zum Beispiel die Umweltverträglichkeitsprüfung folgt dem Verursacherprinzip, da die UVP die Sicherung des Status quo im Zusammenhang mit der Realisierung von Vorhaben verfolgt. 

Verwaltungsakt

Anordnung einer Behörde an Dritte zur Regelung eines Einzelfalls, oft auch als Verfügung oder Bescheid bezeichnet. Die begünstigenden Verwaltungsakte werden oft als Genehmigung, Zulassung, Erlaubnis oder Bewilligung bezeichnet.

Vorbehaltsgebiet (§ 7 Abs. 4 Nr. 2 ROG)

Sind Gebiete, in denen bestimmten, raumbedeutsamen Funktionen oder Nutzungen bei der Abwägung mit konkurrierenden raumbedeutsamen Nutzungen besonderes Gewicht beigemessen werden soll.

Vorranggebiet / Vorrangstandort (§ 7 Abs. 4 Nr. 1ROG)

Gebiete, die für bestimmte, raumbedeutsame Funktionen oder Nutzungen vorgesehen sind (z.B.: für die Erholung, für Natur und Landschaft, für Rohstoffgewinnung, für Siedlungsentwicklung) und andere raumbedeutsame Nutzungen in diesem Gebiet ausschließen, soweit diese mit den vorrangigen Funktionen, Nutzungen oder Zielen der Raumordnung nicht vereinbar sind.

Vorsorgeprinzip

Das Vorsorgeprinzip wurde 1976 mit der Eingriffsregelung in das Naturschutzrecht eingeführt. Es soll verhindern, dass Umweltschäden entstehen, da es grundsätzlich besser ist, die Entstehung von Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu vermeiden, als entstandene Schäden zu beseitigen. Die Planungsinstrumente der Landschaftsplanung entsprechen dem Vorsorgeprinzip von Naturschutz und Landschaftspflege, da sie nach §1 Bundesnaturschutzgesetz zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft aufgestellt werden.

Vorsorgeräume

Gebiete mit besonderen Funktionen, z.B. im Naturschutz und in der Landschaftspflege, sind als Vorsorgeräume Naturschutz und Landschaftspflege zu sichern und zu schützen. Alle raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen sind so abzuwägen und abzustimmen, dass diese Gebiete in ihrer hervorgehobenen Bedeutung nicht beeinträchtigt werden.

 

 

W

Workshops

Workshops sind im Unterschied zu den anderen Kommunikationsformen (Arbeitskreise, Runde Tische) thematisch eng auf eine bestimmte Fragestellung bezogen und zeitlich oft auf wenige Stunden begrenzt. Sie können der Bearbeitung eng umrissener Aufgaben dienen sowie der Vermittlung von Informationen.

 

Z

Ziele der Raumordnung und Landesplanung

Festlegungen in den Programmen und Plänen der Landesplanung, die räumlich und sachlich zur Ausgestaltung und Verwirklichung der Grundsätze der Raumordnung und Landesplanung erforderlich sind und die bei allen raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen von den öffentlichen Planungsträgern beachtet werden müssen.

Zukunftswerkstätten

Sind Workshops zur Erzeugung kreativer Problem- und Planungslösungen, die meist in drei Phasen verlaufen: 1. Problemphase, 2. Phantasie- oder Utopiephase, 3. Verwirklichungsphase.

 

 

Quellen: Riedel, W. & H. Lange (2002): Landschaftsplanung. – 2. Aufl., Berlin, Heidelberg; Evert, K. – J. (2001): Lexikon Landschafts- und Stadtplanung. – Berlin, Heidelberg; Auhagen & Ermer & Mohrmann (2002): Landschaftsplanung in der Praxis. – Stuttgart; Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (1997): Landschaftsplanung - Inhalte und Verfahrensweisen. – Bonn; Streit, B. (1992): Umweltlexikon. – Freiburg im Breisgau