Hinweise zur Anfertigung von Referaten

1.    Arbeitsablauf

1.1    Vorbereitung

1.2   Problemdefinition

1.3   Literatursuche

1.4   Gliederung

2.   Aufbau des Referats

2.1   Einleitung

2.2  Hauptteil

2.3  Schlußteil

3.   Darstellungsnormen

3.1   Allgemeines

3.2  Gliederungssystematik

3.3  Zitieren

3.4  Tabellarische Übersichten

3.5  Hervorhebungen

4.   Literatur


Ziel der Ausarbeitung von Referaten ist es, notwendige Informationen und Problemstellungen für die behandelte Fragestellung in einer Gruppe im Projekt arbeitsteilig zu erarbeiten, um die gemeinsame Diskussion voranzubringen.
 
 

1.Arbeitsablauf

1.1 Vorbereitung

Wenn man ein bestimmtes Thema übernommen hat, sollte man sich möglichst bald ein oder zwei Stunden ungestört hinsetzen und (bei Arbeitsgruppen gemeinsam) überlegen:

*    welche Probleme zu dem gewählten Thema gehören,

*    welche Randprobleme ausgeklammert werden sollen,

*    welche Stichworte einem zu dem gewählten Thema einfallen,

*    wie sich die Stichworte wiederum weiter aufgliedern lassen,

*    wie sich die Stichworte gruppieren lassen,

*    welche Beziehungen zwischen den verschiedenen Stichworten bestehen,

*    was man überhaupt schon zu dem Thema weiß,

*    welche Fragen sich im Rahmen des gewählten Themas stellen,

*    welche Begriffe für die Bearbeitung geklärt werden müssen,

*    welche unterschiedlichen Interessen verschiedene gesellschaftliche Gruppen im Hinblick auf das Thema vertreten,

*    was man eigentlich genau wissen will, was bei der Behandlung des Themas herauskommen sollte,

*    welche Materialien über das Thema bereits bekannt sind,

*    wo man nach weiteren Unterlagen suchen sollte und

*    wen man im Hinblick auf einzelne Aspekte des Themas befragen könnte.


 

Was einem zu dem Thema einfällt, sollte man auf Karteikarten oder entsprechende Zettel schreiben und damit einen Zettelkasten eröffnen. Mit fortschreitender Einarbeitung in das Thema lassen sich dann Gliederung und Fragestellungen weiter präzisieren und strukturieren, bis eine genaue Gliederung vorliegt, nach der man das Thema behandeln will.

1.2 Problemdefinition

Eine eindeutige Definition der Problemstellung und Zielsetzung zu Beginn der Arbeit ist unerläßlich, da sonst kaum zu entscheiden ist, welche Punkte aufgenommen werden sollen und welche nicht. Besonders wichtig ist dies bei Gruppenarbeiten, damit nicht jedes Mitglied an einer ganz anderen Fragestellung arbeitet, und die Teile nicht integrierbar werden.

1.3Literatursuche

Erst wenn man relativ genau weiß, was man eigentlich untersuchen will, sollte man sich auf die Literatursuche begeben. Bei der Durcharbeitung der Literatur kann sich die Problemstellung natürlich noch weiterentwickeln. Die Literatursuche sollte so früh wie irgend möglich vorgenommen werden, denn häufig sind gerade die Bände, die man braucht, ausgeliehen, so daß man sie vorbestellen oder aus entfernteren Bibliotheken ausleihen muß.

1.4 Gliederung

Man kann der Gliederung gar kein zu großes Gewicht zumessen. Mit einer guten Gliederung steht das halbe Referat. Sie ist immer problematisch, weil es darum geht, einen meist sehr komplexen Zusammenhang in eine eindimensionale Abfolge zu bringen. Die Gliederung sollte nicht nur eine Aufreihung von unterschiedlichen Aspekten sein, sondern sollte den roten Faden erkennen lassen, der sich durch die Arbeit zieht. Die Gliederung sollte so detailliert wie möglich sein. Die Untergliederung zwingt den/die Referenten zu einer strukturierten Darstellung, die die Lektüre des Papiers und die Diskussion in überschaubaren Abschnitten erleichtert. Die in der ersten Phase gesammelte Lektüre ist im einzelnen zu sichten und durchzuarbeiten. Sie ist dabei den einzelnen Gliederungspunkten zuzuordnen, wobei die Gliederung mit fortschreitender Lektüre verändert, ergänzt und verfeinert werden kann. Es ist zu empfehlen, die Gliederung nach einer ersten Literaturdurchsicht mit dem Betreuer der Veranstaltung durchzusprechen, um offene oder kontroverse Fragen zu klären.
 

 

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2.Aufbau des Referats

2.1 Einleitung

Die Einleitung eines Referats sollte enthalten:

*    die Problemdefinition,

*    die Herleitung der Problemstellung (wie ist es zu der Themenstellung gekommen),

*    Angaben über den Zusammenhang, in dem das Referat im Rahmen des Projektes, Kurses o.ä. steht,

*    eine Erläuterung des Themas (Auffassung des Referenten über das Thema, Eingrenzung des Themas, Erklärung zentraler Begriffe),

*    eine Erläuterung der Vorgehensweise (Überblick über die Gliederung) und

*    Angaben zur Methodik des Vorgehens.


 

2.2 Hauptteil

Eine kritische Wissenschaft hat nach Erklärungen zu fragen, nicht bloß Beschreibungen zu geben. Dabei ist Voraussetzung einer Erklärung natürlich eine saubere Beschreibung der Erscheinung, die erklärt werden soll. An die Klärung von Zusammenhängen kann man zunächst mit Hilfsfragen herangehen:

*    Zu jeder Aussage wäre in erster Linie zu fragen: Warum ist das so? Wie kam es dazu? Wie könnte es anders sein? Warum sind die anderen Möglichkeiten nicht eingetreten? Läßt sich auch das Gegenteil von dem, was hier steht, begründen?

*    Welcher Interessenstandpunkt kommt in der jeweiligen Aussage zum Ausdruck?


 

Um sich die Kausalität eines Prozesses zu verdeutlichen, hilft oft ein Pfeilmodell, eine Skizze, die zeigt, welcher Vorgang welche anderen Vorgänge auslöst, welche Folgen diese Vorgänge wiederum mit sich bringen usw.

Namen, Daten und Fakten, die in den Text aufgenommen werden sollen, sind immer auf ihre Funktion im Zusammenhang des Referates zu überprüfen. Es sollen wirklich nur die empirischen Angaben in ein Referat aufgenommen werden, die für die Argumentation des Referates (oder mögliche Gegenargumente) bedeutsam sind.

Außerdem sollte angegeben werden, welche Fragen den Bearbeitern selber unklar geblieben sind, weil in der Literatur keine Begründungen oder Belege für bestimmte Behauptungen oder widersprüchliche Aussagen vorliegen. Solche offen gebliebenen Fragen sollten präzisiert und als Diskussionspunkt eingebracht werden.
 

2.3 Schlußteil

In einer Schlußbemerkung soll die in der Einleitung gegebene Problemdefinition noch einmal aufgegriffen und gefragt werden, wieviel das Referat zur Lösung des Problems beigetragen hat. Sie sollte die wichtigsten Ergebnisse des Referats zusammenfassen und werten.

Die Schlußbemerkung sollte keine neuen Informationen mehr enthalten. Vielmehr sollte versucht werden, Folgerungen aus der Arbeit zu ziehen. Diese können in neuen Fragestellungen für weitere Arbeiten, aber auch in Schlußfolgerungen für weitere Aktivitäten bestehen.
 
 

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3.Darstellungsnormen

3.1 Allgemeines

Die Titelseite enthält im Kopf folgende Informationen: Veranstaltung, Thema der Veranstaltung, Art der Veranstaltung (Bereich des Projektes o. ä.), Datum der Veranstaltung und Name(n) des/der Verfasser. Dann folgt das Thema des Referats und die Gliederung.

Referate sollen möglichst in 1 ½-zeiligem Abstand geschrieben werden. Jedes Blatt wird nur einseitig beschrieben, links mit einem Heftrand von 2 cm, rechts mit einem Rand von 1,5-2 cm. Alle Seiten, ausgenommen die Titelseite, werden fortlaufend numeriert. Das Literaturverzeichnis wird hinter den Textteil geheftet.

3.2 Gliederungssystematik

Neben der älteren Systematik mit Großbuchstaben, römischen Ziffern, arabischen Ziffern und Kleinbuchstaben wird heute vor allem die Dezimalklassifikation (wie in diesem Papier) verwendet. Die Gliederung erfolgt nach Haupt- und Nebenpunkten, in logisch einwandfreier Folge. Die Überschrift sollte jeweils den Inhalt des Kapitels/Abschnittes, dem sie zugeordnet ist, in knapper Form angeben.

3.3 Zitieren

Genaue Quellenangaben bei wörtlich oder sinngemäßer Wiedergabe von Gedanken anderer Autoren im Text sowie ein vollständiges Verzeichnis der verwendeten Literatur am Ende des Referats sind unerläßliche Bestandteile wissenschaftlicher Arbeiten. Siehe hierzu Lange (1998).

3.4 Tabellarische Übersichten

Es empfiehlt sich, möglichst viele Übersichten, Schaubilder, Ablaufdiagramme, tabellarische Gegenüberstellungen usw. zur Klärung von Zusammenhängen, Gegensätzen und Abläufen in den Text aufzunehmen. Sie enthalten durch ihre eigene Struktur mehr Informationen pro Texteinheit als fortlaufender Text. Allerdings muß zusätzlich im Text selbst erkennbar werden, welche Funktion die Graphik für den Argumentationszusammenhang hat.

3.5 Hervorhebungen

Innerhalb der einzelnen Absätze eines fortlaufenden Textes sollten die wichtigsten Stellen z.B. durch Fettdruck oder Unterstreichung hervorgehoben werden. Das erleichtert den Nachvollzug des Gedankengangs des Referenten und hilft, den Inhalt bei späterem flüchtigen Überlesen schnell wieder in Erinnerung zu rufen.
 
 

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4. Literatur

Junne, G. (1976): Kritisches Studium der Sozialwissenschaften - Eine Einführung in Arbeitstechniken. - Stuttgart, Berlin, Köln und Mainz, Kap. 3

Lange, H. (1998): Hinweise für das Zitieren von Quellen und für die Anfertigung eines Literaturverzeichnisses. - Typoskript

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© Horst Lange, August 09