Hinweise für das Zitieren von Quellen und für die Anfertigung eines Literaturverzeichnisses

1.    Das Zitieren von Quellen

2.   Quellenangaben im Text

2.1   Wörtliche Zitate

2.2  Sinngemäße Wiedergabe fremder Arbeiten

2.3  Wiedergabe von Statistiken, Tabellen, Diagrammen, Karten, Abbildungen u.ä.

2.4  Angaben im Text

3.   Literaturverzeichnis

3.1   Bibliographische Angaben bei Büchern

3.2  Bibliographische Angaben bei Zeitschriftenaufsätzen

3.3  Bibliographische Angaben bei Artikeln aus Sammelwerken, Festschriften, Handbüchern u.a

3.4  Bibliographische Angaben bei Zeitungsartikeln

3.5  Bibliographische Angabe bei Internetquellen

4.   Rechtsquellenverzeichnis

5.   Literatur


1. Zitieren von Quellen

Ein Gebot wissenschaftlichen Arbeitens ist es, mit eindeutiger Quellenangabe über die Herkunft aller Informationen und nicht selbständig entwickelter Gedanken - sofern sie nicht wissenschaftliches Allgemeingut darstellen - exakt Auskunft zu geben. Damit soll jedem Leser/Nutzer der Arbeit eine eindeutige Nachvollziehbarkeit ermöglicht werden. Voraussetzung dafür ist, daß man zweifelsfrei erkennen kann, von wem die jeweiligen Gedanken/Aussagen stammen. Aufgrund des Literaturverzeichnisses (Kapitel 3) als der Quellendokumentation muß der Leser/Nutzer in die Lage versetzt werden, die Quellen/Originalstellen selbst aufzufinden.

 

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2. Quellenangaben im Text

2.1 Wörtliche Zitate

Für das wörtliche Zitieren gelten genaue Regeln:

*        Bei wörtlicher Wiedergabe dürfen keinerlei Veränderungen vorgenommen werden. Dies gilt auch hinsichtlich der Schreibweise und Interpunktion.

*        Auslassungen, die vom Zitierenden vorgenommen werden, müssen durch Punkte [...] gekennzeichnet werden.

*        Werden zum besseren Verständnis zusätzliche Wörter eingefügt, so sind diese in eckige Klammern [ ] zu setzen.

*        Der wörtlich übernommene Text ist in Anführungszeichen " " zu setzen. Am Ende des Zitats wird auf die Quelle hingewiesen "(Finke 1976, S. 50)". Der Name des Autors sollte in Kapitälchen geschrieben werden (nur Familienname).

*        Zitate in einem Zitat werden am Anfang und Ende mit je einem Apostroph ' ' versehen.

*        Werden fremdsprachliche Texte in eigener Übersetzung verwendet, ist dieses kenntlich zu machen.

*        Bei Zitaten, die nicht aus dem Original, sondern aus anderen Quellen übernommen werden, muß dies angemerkt werden: (Zit. nach ...). Grundsätzlich sollte nur dann sekundär zitiert werden, wenn die Originalschrift nicht erreichbar ist.

*        Lange Zitate können zusätzlich durch eingerückten, engeren Schriftsatz herausgehoben werden, allerdings sind längere Zitate möglichst zu vermeiden. Sie sind besser durch kurze Zusammenfassungen zu ersetzen.


 

2.2 Sinngemäße Wiedergabe fremder Arbeiten

Im laufenden Text sind Gedankengänge, die von anderen Autoren übernommen werden, zu kennzeichnen. In solchen Fällen wird zu Beginn z.B. "Finke (1976) berichtet über ..." oder am Ende des Abschnittes auf die Quelle hingewiesen, z.B. "(vgl. Finke 1976, S. 50)". Steht die Quellenangabe innerhalb des Satzes, bezieht sie sich nur auf diesen. Quellenangaben nach einem Kapitel (außerhalb des letzen Satzes) machen deutlich, daß das gesamte Kapitel betroffen ist.

 

2.3 Wiedergabe von Statistiken, Tabellen, Diagrammen, Karten, Abbildungen u.ä.

Zahlen haben nur dann wissenschaftlichen Wert, wenn sie nachprüfbar sind. Deshalb sind alle Zahlen mit Quellenangaben zu versehen. Hier sind auch allgemein bekannte Zahlenangaben (z.B. Einwohnerzahlen und Größenangaben der Länder) zu belegen.

Werden, was häufig notwendig ist, in einer Arbeit Zahlen aus vielen Quellen verarbeitet, neu zusammengestellt und durch Umordnung vergleichbar gemacht, so daß der Nachweis jeder Zahl nicht mehr möglich ist, so sind auf alle Fälle zu Beginn des Abschnittes, in dem derartige Verfahren angewendet werden, alle Quellen anzugeben und auf die Art der Verarbeitung hinzuweisen.

Die Quellenangaben für Tabellen und Graphiken werden unmittelbar unter die Tabelle/Graphik gesetzt. Dabei ist voranzustellen: "Quelle:", "übernommen aus", "verändert nach" oder "angefertigt nach".

Anmerkungen, die sich auf Besonderheiten einzelner Zahlen beziehen, sind zur Vermeidung von Mißverständnissen mit kleinen lateinischen Buchstaben (a, b, c usw.) zu bezeichnen.

 

2.4 Angaben im Text

Folgende Angaben sind erforderlich:

a.    Familienname des Verfassers: Sind Verwechslungen mit anderen Autoren gleichen Familiennamens möglich, ist neben dem Anfangsbuchstaben auch der vollständige Vorname hinzuzufügen.

Bei Arbeiten mit bis zu drei Verfassern werden alle drei aufgeführt. Bei mehr als drei Verfassern wird meist nur der erste genannt.

BEISPIELE: "Kiemstedt et al. (1974), S. 50" oder "Kiemstedt u.a. (1974), S. 50"

Bei anonym erschienenen Arbeiten oder unsignierten Artikeln tritt an die Stelle des Verfassers die Bezeichnung "NN" (d.h. nomen nescio = ich weiß den Namen nicht) oder auch "o.V." (= ohne Verfasser).

b.    Verlagsjahr/Erscheinungsjahr der Arbeit: Ist kein Verlagsjahr angegeben und läßt es sich auch anders nicht feststellen, so wird dies durch die Angabe "o.J." (= ohne Jahresangabe) kenntlich gemacht.

c.    Seitenzahl: Erstreckt sich das Zitat im Original noch auf die nächste bzw. auf die folgenden Seiten, wird dies durch ein "f" (= folgende Seite) bzw. "ff" (= fortfolgende Seiten) hinter der Erstseitenzahl angegeben (z.B.: "S. 50 f" oder "S. 50 ff").

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3. Literaturverzeichnis

Im Literaturverzeichnis darf nur die wirklich benutzte, d.h. zitierte und für die Arbeit gelesene, Literatur aufgeführt werden. Die für die Arbeit verwendeten Quellen werden im Literaturverzeichnis alphabetisch, nach Verfassernamen geordnet, aufgeführt. Dabei ist die Autoren- oder Urheberschrift entscheidend. Quellen dürfen keinesfalls anhand des Titels in die Liste einsortiert werden.

Während im Text die Angabe des Nachnamens, des Verlagsjahres und der Seite genügt, ist im Literaturverzeichnis auf eine genaue bibliographische Angabe zu achten:

*        Ist ein Autor mit mehreren Publikationen vertreten, so werden diese in chronologischer Reihenfolge genannt.

*        Wenn in einem Jahr mehrere Arbeiten eines Verfassers erschienen sind, wird hinter die Jahreszahl ein Kleinbuchstabe gesetzt, z.B. "Finke, L. (1978a)", der im Text an der entsprechenden Stelle ebenfalls mit genannt werden muß.

*        Falls ein Autor neben seinen eigenen Schriften auch Bücher zusammen mit anderen Autoren veröffentlicht hat, sind zuerst die Einzelarbeiten aufzuführen, im Anschluß daran die Gemeinschaftspublikationen.

*        Englische Zeitschriften- und Buchtitel werden - mit Ausnahme von Namen - klein geschrieben.

Bei längeren Literaturverzeichnissen ist eine systematische Gliederung empfehlenswert (z.B. nach Büchern, Gesetzestexten, amtlichen Statistiken, Dokumentationen, nach Sachgebieten u.a.).

Wurden zur Anfertigung einer wissenschaftlichen Arbeit persönliche Auskünfte von Fachleuten eingeholt, sind am Schluß des Literaturverzeichnisses Name und Anschrift der Betreffenden zu nennen. Auch benutzte Internet-Adressen sind am besten in einem eigenen Verzeichnis zu nennen.

Für die Quellenangaben gelten die folgenden Regeln. In Sonderfällen sind sie sinngemäß anzuwenden.
 

3.1 Bibliographische Angaben bei Büchern

a.    Familienname des Verfassers: s. 2.4 a.

b.    Vorname des Verfassers: Sind keine Verwechselungen mit anderen Autoren gleichen Familiennamens möglich, genügt der Anfangsbuchstabe des Vornamens.

c.    Verlagsjahr/Erscheinungsjahr des Buches: Befindet sich auf dem Titelblatt oder auf der Rückseite des Titelblattes; s. a. 2.4 b.

d.    Titel des Buches: Zu entnehmen dem Titelblatt, nicht dem Umschlag (Einband). Untertitel sind mit aufzuführen.

e.    Band oder Teil des Buches: Bei mehrbändigen Werken.

f.    Auflage des Buches: Wenn eine andere als die erste Auflage benutzt worden ist. In der Regel sollte die neueste Auflage herangezogen werden.

g.    Verlagsort des Buches: Der Verlag wird dabei grundsätzlich nicht genannt. Handelt es sich bei dem zitierten Buch um eine Dissertation, so muß dies durch die Bezeichnung "Diss." und Angabe der betreffenden Universität kenntlich gemacht werden. Ist die Dissertation in einem anderen Verlagsort und/oder in einem anderen Verlagsjahr im Druck erschienen, muß dies zusätzlich kenntlich gemacht werden.

 

BEISPIELE:

Lüdtke, H. (1975): Freizeit in der Industriegesellschaft.- 2. Aufl., Opladen

Buchwald, K. & W. Engelhardt (Hg.) (1978): Handbuch für Planung, Gestaltung und Schutz der Umwelt, Bd. 2.- München, Bern, Wien

Osburg, G. (1973): Untersuchungen zum Besuch allgemeiner öffentlicher Grünflächen in der gemeinsamen Stadtrandzone der Städte Essen und Gelsenkirchen.- Diss. TU Hannover
 

3.2 Bibliographische Angaben bei Zeitschriftenaufsätzen

a.    Familienname des Verfassers

b.    Vorname des Verfassers

c.    Verlagsjahr/Erscheinungsjahr (in Klammern)

d.    Titel des Aufsatzes

e.    Name der Zeitschrift: Unter Voraussetzung des Wortes "in:". Wegen der Länge vieler Zeitschriftennamen ist die Verwendung fachüblicher Abkürzungen gestattet, wenn am Anfang des Literaturverzeichnisses die verwendeten Abkürzungen aufgeschlüsselt werden. Herausgeber und Verlagsort werden in der Regel nicht benannt.

f.    Nummer des Jahrganges (Zahl in Fettdruck oder unterstrichen) oder Bandes (abgekürzt "Bd.") oder des Heftes. Bei einigen Zeitschriften erfolgt jedoch keine Jahrgangsangabe. Dann ist lediglich das Erscheinungsjahr und die laufende Nummer des Heftes anzugeben.

g.    Seitenzahl: Es empfiehlt sich, Anfangs- und Endseite des Aufsatzes anzugeben.


BEISPIELE:

Feldmann, R. (1978f): Herpetologische Bewertungskriterien für den Kleingewässerschutz. - Salamandra 14, S. 172-177

Schindler, N. (1980): Berliner Grünflächen und Landschaft - Eine Bilanz.- in DAS GARTENAMT, H. 5, S. 305-312

 

3.3 Bibliographische Angaben bei Artikeln aus Sammelwerken, Festschriften, Handbüchern u.a.

(dazu gehören auch mit Verfassernamen gekennzeichnete Artikel aus Lexika)

a.    Familienname des Verfassers

b.    Vorname des Verfassers

c.    Verlagsjahr/Erscheinungsjahr

d.    Titel des Aufsatzes

e.    Name des oder der Herausgeber: Unter Voraussetzung des Wortes "in:" Die Bezeichnung Herausgeber wird entweder durch (Hrsg.), (Hrg.) oder (Hg.) aber einheitlich abgekürzt.

f.    Titel des Sammelwerkes

g.    Auflage des Sammelwerkes: Wenn mehr als eine Auflage erschienen ist.

h.    Verlagsort

i.     Seitenzahl: Anfangs- und Endseite angeben  

BEISPIEL:

Schmitz-Scherzer, R. & , H.-W. Bierhoff (1974): Besucheranalysen bei Spielplätzen.- in: Schmitz-Scherzer, R. (Hg.): Freizeit. - Frankfurt a. Main, S. 197-201

 

3.4 Bibliographische Angaben bei Zeitungsartikeln

Bei Artikeln mit Nennung des Verfassers sind folgende Angaben erforderlich:

a.    Familienname des Verfassers

b.    Vorname des Verfassers

c.    Verlagsjahr/Erscheinungsjahr

d.    Titel des Artikels

e.    Name der Zeitung: Unter Voraussetzung des Wortes "in:"

f.    Nummer der Zeitung

g.    Datum der Zeitung

BEISPIEL:

Klotz, H. (1979): Die Modernität des Historischen - Eine niederländische Kleinstadt als Schrittmacher.- in: Frankfurter Rundschau, Nr. 167 v. 21.7.1979

Bei Artikeln ohne oder mit signierter Verfasserangabe sind folgende Angaben erforderlich:

a.    o.V. (= ohne Verfasser)

b.    Verlagsjahr/Erscheinungsjahr

c.    Titel des Artikels

d.    Name der Zeitung

e.    Nummer der Zeitung

f.    Datum der Zeitung

BEISPIEL:

o.V. (1980): Wargins Wildwuchs wieder weg.- in: Der Tagesspiegel, Nr. 10631 v. 12.9.1980

 

 

3.5 Internetquellen

Mehr Informationen finden Sie unter: www.websprache.uni-hannover.de/zitat/zitieren.htm.

Beispiele:

MLUR BRANDENBURG-WARTHOLF, R. (2001): Naturschutz und Landschaftspflege-„Natura 2000“: FFH-Gebiete in Brandenburg
<http://www.brandenburg.de/land/mlur/n/n_ffh.htm>, 15.01.2001

MUNF SCHLESWIG-HOLSTEIN (o.J.): Naturschutz in Schleswig-Holstein – Natura 2000,
<http://www.schleswig-holstein.de/landsh/munf/aufgaben/munf_aufgaben10_d.html> S. 1-2, 15.01.2002

SMUL Sachsen (o.J.): Umwelt-Natura 2000,
<http://www.umwelt.sachsen.de/de/wu/umwelt/natur/natura2000/index.html>, 12.11.2001

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4. Rechtsquellenverzeichnis

Gesetze, Verordnungen, Erlasse und Richtlinien werden anhand des Titels alphabetisch geordnet.

BEISPIEL:

Bundesnaturschutzgesetz: Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (BNatSchG) in der Fassung vom 21. September 1998 (BGBl. I S. 2995).

Verordnung zur Durchführung des Landschaftsgesetzes (DVO-LG) vom 22. Oktober 1986 (GV.NW. S. 683), geändert durch VO vom 18. Oktober 1994 (GN.NW. S. 935).

Erlass des Innenministeriums des Landes Schleswig-Holstein zur Prüfung der Umweltverträglichkeit im Baurecht vom 14. Januar 2000

Richtlinie 2001/42/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. Juni 2001 über die Prüfung der Umweltauswirkungen bestimmter Pläne und Programme – Amtsblatt der EG Nr. L 197/30 vom 21. Juli 2001.

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5. Literatur

o.V. (1977): Arbeits- und Lerntechniken, 2. Teil.- in: UNI Berufswahlmagazin, H. 11, S. 17-24

Prüfungsausschüsse Fachhochschule Anhalt, Abteilung Bernburg, Fachbereich Landwirtschaft/Ökotrophologie/Landschaftsentwicklung und Fachbereich Wirtschaft (Hg.) (2006): Hinweise zur Anfertigung der Abschlussarbeit. - Typoskript

Universität Hamburg: Seminar für Sozialwissenschaften (Hg.) (o.J.): Hinweise für die Anfertigung wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Arbeiten.- vervielf. Arbeitsunterlage

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© Horst Lange, August 09